Landerwerb in Thailand

Möglichkeiten zum Landerwerb in Thailand

Landbesitz

In Thailand ist der Erwerb von Land durch Ausländer nicht erlaubt. Dass das Land den Thai und nicht den Ausländern gehören soll, hat eine jahrhundertlange Tradition. Da in den umliegenden Ländern Landkauf durch Ausländer zum Teil möglich ist, ist Thailand diesbezüglich unter Druck und es ist denkbar, dass der Landerwerb für Ausländer in unabsehbarer Zeit auch möglich werden könnte.

Trotzdem gibt es aber Tausende von Ausländern in Thailand, die Hauseigentümer sind. Der Grund dafür liegt daran, dass:
– auch ein Ausländer ein Haus besitzen darf (nur Land darf er nicht besitzen) und
– nicht nur natürliche, sondern auch juristische Personen Land besitzen können und
– man kann Land auch legal leasen und zwar auch als Ausländer.

Landkauf durch eine Limited Company

Der Ausländer kann eine Limited Company gründen oder eine bestehende Gesellschaft übernehmen und mit dieser Land und Haus kaufen. Dazu braucht er jedoch drei Thaiaktionäre, die wiederum 51% der Aktien halten müssen. Der Ausländer bleibt mit 49% Minderheitsaktionär, er kann sich aber als einziger Direktor mit fast uneingeschränkten Kompetenzen wählen lassen. Gleichzeitig lässt er die Anteilsrechte zum Voraus durch Unterschrift abtreten.

Einmal gegründet oder erworben muss für die thailändische Gesellschaft Buch geführt werden, damit sie nicht in den Focus der thailändischen Behörden kommt. Mit der Übernahme der bestehenden thailändischen Gesellschaft ist dies allesamt gesichert und ist mit ganz geringen jährlichen Kosten verbunden.

Landbesitzrechte

Landbesitzrechte werden in Thailand mit einer Reihe von Dokumenten ausgedrückt:

  1. Der wichtigste und wertvollste Landtitel ist das Gianot. Nur mit einem Gianot sind die Grundstücksgrenzen genau (per GPS) ausgemessen und damit die Grundstücksgröße und Grenzsteine exakt festgelegt. Ausländer sollten nur Land kaufen oder leasen das diesen Titel hat.
  2. Der zweithöchste Titel ist das Nor Sor Sam(3) Gor. Auch dies ist noch ein gesetzlicher Landtitel, wobei die Grundstücksgrenzen und Grenzpunkte durch eine Luftaufnahme festgelegt werden. Das Land kann in kleinere Parzellen aufgeteilt werden und gesetzliche Handlungen müssen nicht öffentlich ausgeschrieben werden.
  3. Das Nor Sor Sam(3) ist ein Landpapier, das eine bestimmte Person als Besitzer bestätigt und ihn berechtigt das Land zu nutzen. Es ist keine Besitzurkunde. Bei diesem Landtitel sind die Grenzen und Grenzpunkte nicht 100 prozentig in Karten festgelegt, was immer zu Problemen bei der Erfassung der eigentlichen Landfläche führt.
  4. Alle weiteren, niederen Landpapiere, wie das Sor Por Gor 4, Por Bor Tor 6 oder Sor Kor 1, sind lediglich Bestätigungsurkunden das ein Stück Land existiert und das der Inhaber der Urkunde aufgrund einer jahrelangen Nutzung oder Vererbung „vielleicht“ ein Recht auf dieses Land hat oder, wie beim Por Bor Tor 6, dafür schon Steuern bezahlt.